Literatur


AACHENER DOMSINGKNABEN – Tagebuch und Bilderchronik 1954-1986

Das Tagebuch und die Bilderchronik der Aachener Domsingknaben aus den Jahren 1954 bis 1986 nennt Chorwerke, Orte und Daten. Unerwähnt bleiben die unwägbaren Werte, die in der Ausübung des liturgischen Dienstes der Sänger den Bau der »Klingenden Kathedrale« gestalten. Unerwähnt bleiben Treue und Hingabe, Verzicht und Bereitschaft zum Dienen, Fleiß und Mitarbeit, die Offenheit für die geistige Ordnung der Bauhütte einer Kathedrale. Der unschätzbare Reichtum der Musica Sacra ist niemandem als Eigentum geschenkt, sondern für eine Zeit zur treuen Verwaltung übertragen mit dem Auftrag, das kostbare Erbe weiterzugeben. Der Mariendom zu Aachen und die in ihm erklingende Musik sind die Erfüllung des prophetischen Satzes aus dem Magnificat: »Beatam me dicent omnes generationes.«

Rudolf Pohl (Hg.), AACHENER DOMSINGKNABEN - Tagebuch und Bilderchronik 1954-1986, Softcover, 120 Seiten, 55 s/w-Photos, ISBN 978-3-945289-02-0, Aachen 2014, Edition SINFONIA SACRA e.V., € 10,00. Bestellung hier.


Stiftskapellmeister Franz Nekes (1844-1914), "Der Aachener Meister heiliger Tonkunst" - Leben und Werk

Franz Nekes (1844-1914) wirkte von 1871 bis 1887 als Priester an St. Christophorus zu Gerderath und brachte gleichzeitig das kirchenmusikalische Leben im Erkelenzer Land zu prachtvoller Blüte. Von 1891 bis 1912 leitete er als Stiftskapellmeister des Liebfrauenmünsters zu Aachen den Aachener Domchor. Franz Nekes prägte bis weit in das 20. Jahrhundert als Dozent an der Aachener Kirchenmusikschule „Gregoriushaus“ viele Kirchenmusiker, als Chorleiter und Komponist die Aachener Dommusik und darüber hinaus die Kirchenmusik in ganz Aachen. Er hat uns aus tiefem Glauben entstandene Kompositionen von zeitloser liturgischer Gültigkeit hinterlassen, die im ganzen deutschen Sprachraum hohes Ansehen genossen. Franz Nekes verschrieb sein Leben aus tiefer Gläubigkeit heraus der Musica sacra und im besonderen der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegung des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts, um der kirchlichen Tonkunst wieder den ihr gebührenden liturgischen und pastoralen Platz in der katholischen Kirche zuzuweisen.

Michael Tunger, Stiftskapellmeister Franz Nekes (1844-1914), "Der Aachener Meister heiliger Tonkunst" - Leben und Werk -, Aachen 2007, 282 Seiten, ca. 50 Abbildungen, ISBN 3-8107-9260-8, € 14,80. Hier bestellen: eMail.


Klingende Kathedrale, Domkapellmeister Theodor Bernhard Rehmann 1895-1963, Leben und Werk, Dokumentation

In der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1963 starb plötzlich und unerwartet eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Aachener Kirchen- und Kulturlebens des 20. Jahrhunderts: Theodor Bernhard Rehmann, der als Domkapellmeister an der Kathedrale zu Aachen von 1925 bis 1963 die Musikgeschichte der Stadt Aachen und ihre Beziehung zum flämischen Raum in bedeutender Weise geprägt hat. Als Leiter des Aachener Domchores, der "Cappella Carolina", ließ er den Dom zur "Klingenden Kathedrale" werden. Erstaunlicherweise erfolgte nach dem Tod dieses ungeheuer dynamischen, von künstlerisch-religiösem Sendungsbewußtsein zutiefst durchdrungenen Priestermusikers über vierzig Jahre lang keine umfangreichere publizistische Ehrung seiner Person und seines Werkes. Die vorliegende Dokumentation will diese Lücke schließen.

Michael Tunger, Klingende Kathedrale, Domkapellmeister Theodor Bernhard Rehmann 1895-1963, Leben und Werk, Dokumentation, Aachen 2005, 920 Seiten, 80 Abbildungen, ISBN 3-86130-754-5, € 35,-. Hier bestellen: eMail.


Musik im Dom zu Aachen, 1200 Jahre Chorschule am Hofe Karls des Großen

Der Dom zu Aachen und die zum Lobe Gottes in ihm erklingende Musik bilden eine Einheit, die ihren Ursprung in der schöpferischen Tat Karls des Großen (748-814) hat und aus der Grundidee des Bauwerkes hervorgeht, Abbild des Himmels zu sein. Wenn der heilige Gesang den Raum erfüllt, ergeben Harmonie der Töne und Harmonie der architektonischen Maße einen einzigartigen Zusammenklang, der die Vollkommenheit überirdischer Harmonie erahnen läßt. Wie die Kirche „nach dem eigenen Plan“ des Kaisers erbaut war, so galt seine Sorge in gleicher Weise der Erneuerung des Gottesdienstes, der Pflege des kirchlichen Gesanges. Nach römischem Vorbild wurden in der Hofschule in Aachen auf Anordnung des Kaisers die Sänger unterrichtet. Aachen, politischer und religiöser, kultureller und künstlerischer Mittelpunkt im Reiche Karls des Großen, bewahrte mit hingebungsvoller Treue das unvergängliche Gebäude der karolingischen Hofkirche. Mit dieser Kirche blieb verbunden die Tradition kunstvollen Singens.

Rudolf Pohl, Musik im Aachener Dom, 1200 Jahre Chorschule am Hofe Karls des Großen, Aachen 1981, 104 Seiten, zahlreiche Abbildungen, € 9,90. Hier bestellen: eMail.


Music and Ritual at Charlemagne’s Marienkirche zu Aachen

Die ebenso faszinierende wie gründliche Studie von Prof. Dr. Eric Rice, Direktor des Collegium musicum der Musikabteilung der Universität von Connecticut / USA und durch verwandtschaftliche Beziehungen mit Aachen verbunden, zeigt auf höchst interessante Weise die Wechselwirkung von mittelalterlicher Politik, Architektur und liturgischer Musik am Beispiel der von Karl dem Großen (748-814) errichteten Aachener Pfalzkapelle auf, die der heiligen Gottesmutter geweiht und heute die Kathedrale des Bistums Aachen ist. Rice betrachtet in dieser Hinsicht die Zeit von 800 bis 1600, jene Periode also, in der die Marienkirche Pfalzkapelle Karls des Großen, Stiftskirche, Krönungskirche der deutschen Könige und im Rahmen der seit 1349 alle sieben Jahre stattfindenden Aachener Heiligtumsfahrt bedeutende europäische Pilgerkirche neben Rom, Jerusalem und Santiago di Compostela war. Rice beleuchtet in dieser Publikation besonders den wesentlichen Zusammenhang von Bauwerk, Liturgie und Musica Sacra und gibt einen Blick über das in Aachen entstandene gregorianische Repertoire (u.a. Reimoffizien), die Polyphonie am Ende des 15. Jahrhunderts (u. a. von Thomas Tzamen (ca. 1460-1517), genannt Aquanus), den Aachener Krönungsritus, die Musik der Aachener Heiligtumsfahrten und die franko-flämische Polyphonie, vor allem vertreten durch die Aachener Stiftskapellmeister Lambertus de Monte, Michaelus Guilelmus (genannt Josel) und Johannes Mangon (gest. ca. 1578), dessen liturgische Kompositionen in drei großen Folianten kodifiziert sind. Rice’s Buch verdient es, ins Deutsche übersetzt zu werden, um es einer breiteren deutschsprachigen Leserschaft zugänglich zu machen. Seine Erkenntnisse über die katholische Liturgie jener Zeit ist nämlich richtungsweisend für die Liturgie der Gegenwart.

Eric Rice, Music and Ritual at Charlemagne’s Marienkirche zu Aachen, Kassel 2009 ( = Beiträge zur Rheinischen Musikgeschichte, Bd. 174, hrsg, von der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte), Hardcover, 432 Seiten, zahlreiche s/w-Abbildungen und Notenbeispiele, ISBN 978-3-87537-322-6, € 69,-. Hier bestellen: Shop


Musik im Aachener Dom in zwölf Jahrhunderten

Durch zwölf Jahrhunderte blieb die Cappella Carolina in Aachen ihrer Verpflichtung treu und sah als ihre Hauptaufgabe die musikalische Ausführung der Liturgie, die Pflege des Gregorianischen Chorals, die Pflege der klassischen Vokalpolyphonie, die Bewahrung des kostbaren Schatzes der Kirchenmusik. Jeder der vielen Domchordirigenten hat in den Jahrhunderten auf seine eigene, unverwechselbare Weise der Dommusik gedient.

August Brecher, Musik im Aachener Dom in zwölf Jahrhunderten, Aachen 1998, 260 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-930701-57-X, € 19,80. Leider vergriffen.


Musica Sacra - Klingende Liturgie, Die katholische Kirchenmusik im Lichte des Motu Proprio Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI.

Aus dem Inhalt: Ansprache zur Eröffnung der SINFONIA SACRA-Jahrestagung 2008 in Augsburg; Zur Situation der katholischen Kirchenmusik im Lichte des Motu Proprio "Summorum Pontificum"; Musica Sacra - Klingende Liturgie; Orte der Musica Sacra in der Liturgie.

Michael Tunger (Hg.) - Musica Sacra - Klingende Liturgie, Die katholische Kirchenmusik im Lichte des Motu Proprio Summorum Pontificum Papst Benedikts XVI., Mit Beiträgen von Martin Reinecke, Guido Rodheudt, Gabriel M. Steinschulte und Michael Tunger. 70 Seiten, 3 Abbildungen, ISBN 3-8107-0048-7,  € 9,95. Bestellungen hier.